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AEVO Prüfungsfragen: 40 Übungsfragen mit Lösungen

Antwortbogen der schriftlichen AEVO-Prüfung wird ausgefüllt
Marie - Expertin für Prüfungsvorbereitung
Autorin dieses Beitrags
Marie - Expertin für Prüfungsvorbereitung
Marie begleitet seit Jahren angehende Ausbilderinnen und Ausbilder durch die AEVO-Prüfung und weiß, welche Fragen wirklich weiterhelfen und welche nur Zeit kosten.

Du tippst "AEVO Prüfungsfragen" in Google und landest in einem Wust aus alten Fragenkatalogen, Foren-Threads und Werbeseiten. Was du eigentlich willst, ist simpel: Fragen, die realistisch abbilden, was auf dich zukommt, mit Lösung und einer nachvollziehbaren Begründung dahinter.

Genau das bekommst du hier. Bevor du loslegst, lohnt sich aber ein kurzer Blick auf den Aufbau der schriftlichen AEVO-Prüfung - denn wer versteht, wie die Prüfung tickt, lernt gezielter statt einfach nur mehr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die schriftliche AEVO-Prüfung umfasst rund 80 Aufgaben in 180 Minuten, reine Multiple-Choice-Form
  • Bestanden ist sie ab 50 von 100 Punkten
  • Handlungsfeld 3 ("Ausbildung durchführen") macht rund die Hälfte der Aufgaben aus, die übrigen drei Handlungsfelder teilen sich den Rest
  • Es gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip: Nur vollständig richtig markierte Antworten zählen
  • Übungsfragen bringen nur etwas, wenn du den Lösungsweg verstehst, nicht wenn du dir Antwortmuster einprägst

Wie ist die schriftliche AEVO-Prüfung aufgebaut?

Die schriftliche Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung besteht aus einem kompletten Satz von rund 80 fallbezogenen Aufgaben, die du innerhalb von 180 Minuten bearbeitest - am PC, Tablet oder auf Papier, je nach Kammer. Es handelt sich durchgehend um ein Antwort-Wahl-Verfahren, also klassisches Multiple Choice, ergänzt um Zuordnungs- und Reihenfolgeaufgaben.

Wichtig ist das Alles-oder-Nichts-Prinzip: Eine Aufgabe gilt nur dann als richtig gelöst, wenn du wirklich alle zutreffenden Antwortmöglichkeiten markierst. Ein einzelnes falsches oder fehlendes Kreuz macht die ganze Aufgabe ungültig. Bestanden hast du, sobald du mindestens 50 von 100 möglichen Punkten erreichst.

Die vier Handlungsfelder - und wie sie gewichtet sind

Alle Aufgaben verteilen sich auf vier Handlungsfelder, die den kompletten Ablauf einer Ausbildung abbilden:

Handlungsfeld 1 dreht sich um Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen - also Eignung von Betrieb und Ausbilder, Ausbildungsordnung, Probezeit. Handlungsfeld 2 behandelt die Vorbereitung und Einstellung: Vertragsinhalte, ärztliche Untersuchungen, Auswahlverfahren. Handlungsfeld 3, Ausbildung durchführen, ist mit Abstand das umfangreichste Feld und macht rund die Hälfte aller Prüfungsaufgaben aus - hier geht es um Methodik, Freistellungen, Jugendarbeitsschutz und den laufenden Ausbildungsalltag. Handlungsfeld 4 schließlich deckt den Abschluss ab: Zulassung zur Prüfung, Zeugnis, Kündigung, Weiterbeschäftigung.

Diese Gewichtung erklärt, warum es sich lohnt, besonders viel Zeit in Handlungsfeld 3 zu investieren, statt alle vier Felder gleich intensiv zu üben.

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Prüfungsteilnehmer arbeitet AEVO-Übungsfragen durch

Typische Fragetypen in der AEVO-Prüfung

Die meisten Aufgaben sind als kurzes Fallbeispiel formuliert: Ein Azubi, ein Ausbilder, eine Situation im Betrieb - und du musst entscheiden, wie richtig gehandelt wird oder was die Rechtslage vorsieht. Das unterscheidet die AEVO-Prüfung von reinem Definitionswissen. Es reicht nicht, Paragrafen auswendig zu kennen, du musst sie auf eine konkrete Situation anwenden können.

Hier sind sechs Beispiele aus unserem eigenen Fragenkatalog, die genau diesen Stil zeigen:

Frage: Wie lange darf die Probezeit laut § 20 BBiG höchstens dauern?

  • A) 6 Wochen
  • B) 2 Monate
  • C) 4 Monate
  • D) 6 Monate

Lösung: C. § 20 BBiG legt die Probezeit auf mindestens einen, höchstens vier Monate fest.

Frage: Ein Azubi mit Abiturzeugnis möchte die Ausbildungszeit verkürzen. Wer entscheidet, und unter welcher Voraussetzung?

  • A) Der Ausbildende allein, ohne Antrag
  • B) Die zuständige Stelle auf gemeinsamen Antrag von Azubi und Ausbildendem, sofern das Ausbildungsziel in der verkürzten Zeit erreichbar ist
  • C) Die Berufsschule allein
  • D) Eine Verkürzung ist gesetzlich generell ausgeschlossen

Lösung: B. § 8 Abs. 1 BBiG sieht die Verkürzung auf gemeinsamen Antrag vor, wenn das Ausbildungsziel trotzdem erreichbar bleibt.

Frage: Welche Mindestangaben muss ein Berufsausbildungsvertrag nach § 11 BBiG enthalten?

  • A) Nur Name und Anschrift der Vertragsparteien
  • B) Unter anderem Art, Ziel, Beginn und Dauer der Ausbildung, tägliche Ausbildungszeit, Probezeit, Vergütung, Urlaub und Kündigungsvoraussetzungen
  • C) Ausschließlich die Höhe der Vergütung
  • D) Nur den Namen der zuständigen Berufsschule

Lösung: B. § 11 BBiG listet diese Punkte als verpflichtenden Mindestinhalt der Vertragsniederschrift auf.

Frage: Wie viele Stunden darf ein 17-jähriger Auszubildender laut § 8 JArbSchG grundsätzlich höchstens täglich beschäftigt werden?

  • A) 6 Stunden
  • B) 8 Stunden
  • C) 9 Stunden
  • D) 10 Stunden

Lösung: B. § 8 JArbSchG begrenzt die Arbeitszeit Jugendlicher auf grundsätzlich acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich.

Frage: Mit welcher Frist kann ein Azubi das Ausbildungsverhältnis nach der Probezeit kündigen, wenn er die Ausbildung aufgeben möchte?

  • A) Eine Kündigung durch den Azubi ist nach der Probezeit ausgeschlossen
  • B) Jederzeit mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen
  • C) Nur einmal jährlich zum 31. Dezember
  • D) Nur mit Zustimmung der IHK

Lösung: B. § 22 Abs. 2 Nr. 2 BBiG räumt dem Azubi in diesem Fall ein Kündigungsrecht mit vierwöchiger Frist ein.

Frage: Wann endet ein Berufsausbildungsverhältnis, wenn der Azubi die Abschlussprüfung vor dem vertraglich vereinbarten Enddatum besteht?

  • A) Erst zum ursprünglich vereinbarten Vertragsende
  • B) Mit Bestehen der Prüfung, also mit Bekanntgabe des Ergebnisses
  • C) Erst nach einer zusätzlichen Kündigung
  • D) Nie automatisch, es muss immer neu vereinbart werden

Lösung: B. § 21 Abs. 2 BBiG bestimmt, dass das Ausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses endet.

Das sind sechs von insgesamt 40 eigens formulierten Übungsfragen, verteilt auf alle vier Handlungsfelder mit je zehn Fragen und ausführlicher Begründung. Den kompletten Fragenkatalog zum Download bekommst du weiter unten.

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Wie du mit Übungsfragen wirklich lernst - statt sie auswendig zu lernen

Der größte Fehler bei Übungsfragen ist, sie wie eine Vokabelliste zu behandeln: Frage lesen, Lösungsbuchstabe merken, nächste Frage. Das Problem dabei - in der echten Prüfung stehen die Antwortoptionen in anderer Reihenfolge, die Fallbeispiele sind anders formuliert, und dein auswendig gelerntes "B" hilft dir nicht mehr.

Sinnvoller ist es, bei jeder Frage kurz innezuhalten und dir die Begründung anzuschauen, bevor du zur nächsten gehst. Frag dich: Welcher Paragraf steckt dahinter, und warum sind die anderen drei Antworten falsch? Diese aktive Auseinandersetzung mit dem Stoff, kombiniert mit Active Recall und wiederholtem Abfragen, bleibt deutlich länger hängen als reines Lesen.

Wer unter Zeitdruck steht und schnell große Stoffmengen bewältigen muss, findet in unserem Beitrag zum schnellen Auswendiglernen ergänzende Techniken - wichtig ist nur, dass du sie als Ergänzung zum Verständnis nutzt, nicht als Ersatz dafür.

Wie du deine Vorbereitung insgesamt strukturierst, unabhängig vom konkreten Prüfungsstoff, haben wir außerdem in unserem Leitfaden zur IHK-Prüfung zusammengefasst.

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Und der mündliche Teil der AEVO-Prüfung?

Übungsfragen bereiten dich auf den schriftlichen Teil vor, doch die AEVO-Prüfung endet damit nicht. Nach bestandenem schriftlichem Teil folgt eine praktische Ausbildungssituation mit anschließendem Fachgespräch, in dem du deine Entscheidungen begründen musst. Wie du dich darauf konkret vorbereitest, erklären wir ausführlich in unseren Tipps zur mündlichen Prüfung.

Falls dich allein der Gedanke an die Prüfungssituation nervös macht: Das geht den meisten so, und es gibt konkrete Wege damit umzugehen, wie wir in unserem Artikel zum Überwinden von Prüfungsangst zeigen.

40 AEVO-Übungsfragen als PDF herunterladen
Alle 40 Fragen zu den vier Handlungsfeldern, im Format der schriftlichen Prüfung. Die Lösungen mit Begründung und Rechtsgrundlage stehen im hinteren Teil, damit du erst ehrlich raten und danach kontrollieren kannst. Es sind eigens formulierte Übungsfragen, keine Original-Prüfungsfragen einer IHK.
Fazit
  • Die schriftliche AEVO-Prüfung besteht aus ca. 80 Multiple-Choice-Aufgaben in 180 Minuten
  • Bestanden ist sie ab 50 von 100 Punkten, es gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip
  • Handlungsfeld 3 macht rund die Hälfte der Aufgaben aus - hier lohnt sich der meiste Übungsaufwand
  • Übungsfragen wirken am besten, wenn du die Begründung verstehst, nicht die Lösungsbuchstaben auswendig lernst
  • Der komplette Fragenkatalog mit 40 eigenen Übungsfragen und Begründungen steht zum Download bereit

Wie hoch die tatsächliche Durchfallquote bei der AEVO-Prüfung ausfällt und woran es in der Praxis am häufigsten scheitert, haben wir in einem separaten Beitrag genauer unter die Lupe genommen. Für heute reicht es zu wissen: Der Prüfungsaufbau ist klar strukturiert, die Fragen sind lernbar, und mit den richtigen Übungsfragen kommst du strukturiert durch alle vier Handlungsfelder.

"Wer versteht, warum eine Antwort richtig ist, muss sich am Prüfungstag nicht mehr erinnern - er weiß es einfach."

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